Rosenau - Lokalität & Bühne in Stuttgart

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LIEBES PUBLIKUM, WERTE GÄSTE,

an dieser Stelle schreiben aus berufenem Munde unsere Künstler das Vorwort für unser Programmheft. Dieses Mal kommen die einleitenden Worte von Sebastian Krämer. Und ich freue mich, Sie schon bald wieder in der Rosenau zu begrüßen.
Ihr Michael Drauz!

Friedemann Weise

Zum Geleit

Einem Auswärtigen wie mir, mit der ehrenvollen Aufgabe betraut, die Leser der vorliegenden Broschüre auf einen Besuch in der Rosenau einzustimmen, möge man das Bekenntnis gestatten, daß unter allen Lichtpunkten, die sich in seinem Sinn zum Sternbild Stuttgart versammeln, gerade dieses Theater einen besonders hell strahlenden abgibt. Es repräsentiert Stadt und Einwohner auf die beste nur vorstellbare Weise, bündelt die heilenden Kräfte inmitten jener großen württembergischen Wunde wie ein Brennglas des Guten, Wahren und Schönen. Der Fernreisende hat nicht selten große Mühen auf sich genommen, um in diesen Tempel des gehobenen Geschmacks zu gelangen. Zugfahrten in Gesellschaft schwäbelnder Reisegruppen, bis zu den Zähnen mit Prosecco oder Federweißem bewaffnet, hat er hinter sich, eine dem Stadtkern vorangestellte 3-D-Baulandschaft von schon jetzt historischer Monstrosität hat er umwandert und dabei bereits das gewisse Odeur geschnuppert, jenes seltene Feine, das hier in der Luft liegt, im Wrasen des Hexenkessels wabert. Doch er weiß ganz genau, wofür: Um auf der hohen Bühne seiner kühnsten Wünsche nicht nur sich selbst von fachkundiger Hand illuminiert zu wissen, sondern auch das Leuchten in den Augensternen der ihn umgebenden Gäste zu erblicken. Er findet – insbesondere als Berliner – den Stuttgarter am besten Platz vor, der sich für ihn suchen läßt, aufgeräumt in der einen und der anderen Bedeutung des Wortes, und er wird, um diesen Zustand nach Kräften zu fördern und zu erhalten, hier immer zu seiner Höchstform auflaufen.

Und das ist beim Blick aufs Programm kein kleines Versprechen. Uta Köbernick (10.1.), die ebenso unnachahmlich die Fahrigkeit zum virtuosen Kunstprinzip erhebt wie Stefan Waghubinger (21.11.) die Verlegenheit und Matthias Egersdörfer (14.12.) die Garstigkeit – diese drei seien aus Gründen persönlicher Herzensnähe stellvertretend für all jene genannt, die sich in dieser Saison von der Rosenau, und nur von ihr, nach Stuttgart locken lassen.

Ach, was rede ich euch von Stuttgart: ich reise an, reise ab, und dazwischen (15.11.) zeigt es sich mir von seiner besten Seite. Was ihr hier alle eigentlich tut, wenn die Rosenau mal dicht ist, wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Sebastian Krämer

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